Unsere Story

Geschichte der Schwimmabteilung

Unsere Geschichte

Mit der Fertigstellung des Hallenbades der Stadt Montabaur, das am 20. August 1967 durch den damaligen Sozialminister Dr. Heiner Geißler, als eine der ersten Einrichtungen dieser Art im Westerwald eingeweiht wurde, bot sich den Schwimmbegeisterten unserer Region eine gänzlich neue Perspektive. Es war der TuS Montabaur, der umgehend zur Tat schritt: Die Schwimmabteilung wurde ins Leben gerufen.
Wenn auch für die ersten Jahre nur spärlich Aufzeichnungen vorliegen, so steht dennoch fest, dass es Wolfram Wienecke, Heinz Kaltenborn und Paul Schade waren, die sich des Trainings der zum Schwimmbecken drängenden Jugend annahm. Als Paul Schade später dem Tauchsport huldigte, stieß Erich Sander zu der zahlenmäßig ständig stärker werdenden Schwimmergruppe. Sie bestand in dieser Zeit auch aus Schülern des Montabaurer Gymnasiums, die sich durch hervorragende Leistungen sogar für den Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ qualifizierten.

Zu den gymnasialen TuS-Schwimmern zählten 1971 und 1972 und in den folgenden Jahren Bernd Arnst, Günter Kaster, Ralph Köster, Heinz-Arnold Schneider sowie Horst und Uwe Schönberg, Stefan Holzenthal, Eberhard Hasdenteufel und Marianne Sander. Als Trainer agierten der Betreuer des Hallenbades Jürgen Burkhard (1962-1972), Werner Oslislok (1972-1973) und Rainer Kinzie (1973-1975). Diese Gruppe startete für den TuS mit gutem Erfolg auch bei Wettkämpfen, so bei den Süddeutschen Meisterschaften, in Luxemburg, Saarbrücken, St. Ingbert, Koblenz und Bad-Kreuznach. Edgar Busch, dessen Name schon in der Leichtathletik und dem Volleyball erschien, begleitete die Mannschaft, die sich in Idar-Oberstein im Einzel- wie im Staffelschwimmen den Landesmeistertitel erschwommen hatte, zweimal nach Berlin. Busch: „1971 fuhren wir mit dem Zug von Mainz nach Hannover und flogen dann weiter nach Berlin. 1972 ging es per Flugzeug vom Rhein-Main-Flughafen nach Berlin und zurück – ein großartiges Erlebnis für alle Beteiligten an“ Jugend trainiert für Olympia.“

Von 1971 bis 1985 betreute Günter Windeck, Dank der tatkräftigen Unterstützung durch Renate Bernbrich und Conny Emmerich, die Schwimmabteilung. Die Trainingszeit im Hallenbad war mit 1 ½ Stunden nicht eben berauschend und reichte den Aktiven sicher nicht aus, um in Wettkämpfen bestehen zu können. Das änderte sich ab 1979, als die Abteilung wegen mangelnden Interesses der Mitglieder fast vor der Auflösung stand. Dank der Initiative des Vorstands, der die Misere der Schwimmjugend erkannt hatte, konnte Conny Emmerich als ausgebildeter Trainer gewonnen werden, der im August 1979 mit seiner Arbeit begann. Sogleich stieg die Zahl der Schwimmbegeisterten wieder sprunghaft an. Ende des Jahres wurde, wenn auch mit mäßigem Erfolg, seit langem wieder ein Schwimmfest besucht.

Mit Hilfe von Kathrin Gaebler ging es nach deren Ausscheiden, mit Renate Bernbrich als Nachwuchsübungsleiterin, weiter aufwärts. Im Dezember 1982 richtete die Abteilung mit dem Nikolaus-Schwimmfest erstmals wieder einen Wettkampf aus, der in den folgenden Jahren bis heute, fester Bestandteil im Kalender des Schwimmverbandes Rheinland wurde.
Erste größere Erfolge wurden 1984 erzielt. Mit Nicole Kukuk (Jhg.1970), Yvonne Tech (1971) und Andre Tofelde (1972) stellte der TuS drei Titelträger bei den Rheinland –Jahrgangsmeisterschaften. Der TuS war überdies der einzige Westerwälder Verein, der zum ersten mal eine Damenmannschaft für die Bezirksliga Rheinland des Deutschen Mannschaftswettbewerb Schwimmen (DMS) meldete. Nachdem 1985 die erst elfjährige Mareike Müller bei den Rheinland-Meisterschaften fünf Jahrgangstitel erschwamm, errang sie auch bei den Rheinland-Pfalz-Jahrgangsmeisterschaften in ihrer Spezialdisziplin Brustschwimmen die Titel über 100 Meter in 1:35,9 und 200 Meter in 3:26,6 min. Leider vermochte sie durch einen Unfall später nicht mehr an ihre Erfolge anzuknüpfen.

1989 war das Jahr von Mark Wengler (Jhg. 1976). Sein sportlicher Höhepunkt war die Berufung in die Rheinland-Auswahl zu einem Jugendländerkampf in Frankreich sowie seine sieben Rheinland-Jahrgangstitel.

1989 wurde zum ersten mal eine Herrenmannschaft für die DMS-Bezirksliga Rheinland gemeldet, die nur knapp geschlagen auf Platz 3 landete. In den drei folgenden Jahren belegte sie die Plätze 4, 3 und 3.
Weil der TuS der einzige Verein im Bezirk-Neuwied-Westerwald war, der an der DMS teilnehmen konnte, schuf Trainer Conny Emmerich 1991 den „Mannschaftspokal des Bezirkes Neuwied/Westerwald“, der es auch kleineren Vereinen ermöglichte, über Einzelwettkämpfe hinaus, an Mannschaftswettkämpfen teilzunehmen. Der Pokalwettkampf fand im Bezirk regen Zuspruch und wurde in den Folgejahren fester Bestandteil im Veranstaltungskalender. Pokalsieger 1991 und 1992 wurden die Herren des TuS, die Damen kamen auf die Plätze 3 bzw. 4. Da der Stamm der Herrenmannschaft inzwischen die zwanzig Lebensjahre überschritten hatte, nahmen die Aktiven erstmals an den Rheinland-Pfalz-Seniorenschwimmmeisterschaft teil und gewannen viermal Staffelgold sowie sechsmal Gold, zehnmal Silber und siebenmal Bronze im Einzelwettkampf. Renate Bernbrich musste aus gesundheitlichen Gründen ihre jahrelange, verdienstvolle Arbeit beenden.

1993 wurde das bis dahin mannschaftlich erfolgreichste Jahr. Mit 12 Gold- 14 Silber- und 4 Bronzemedaillen durch Volker Bernbrich (Jhg. 1968), Werner Podkowik (1971), Ralf Sturm (1972), Andre Tofelde (1972), Torsten Borsch (1974), Mark Wengler (1976) und Ilka Leisenheimer (1978) bei den Bezirksmeisterschaften unterstrich der TuS seine Vormachtstellung im Bezirk Neuwied/Westerwald.

Es folgt der 3. Platz über die viermal 200 m Rücken bei der Rheinland-Pfalz-Staffelmeisterschaften, sowie fünf weitere Rheinland-Jahrgangstitel von Mark Wengler. Höhepunkt war die Teilnahme von Conny Emmerich über 50, 100 und 200 Meter Brust bei der 4. Senioren-Europameisterschaften im September in Sindelfingen, die mit 2.373 Teilnehmern von 534 Vereinen aus 26 Nationen und insgesamt 5.879 Einzelmeldungen die bisher größten in der Geschichte des Europäischen Schwimmverbandes waren. Bei der DMS erreichten die Herren den 2. Platz und im folgenden Jahr 1994, qualifizierten sie sich als Bezirks-Erste für die Landesliga im Jahr 1995.

Gaby Fachbach löste am 2. Dezember 1994 Günter Windeck als Abteilungsleiter ab. Die Herrenmannschaft stieg stark ersatzgeschwächt nach zwei Durchgängen aus der Landesliga wieder in die Bezirksliga ab.

Im April 1995 trat die Schwimmabteilung der SG Westerwald bei, die inzwischen aus den Vereinen SC Selters, TuS Dierdorf, TuS Montabaur und TV 08 Baumbach besteht. Die Mitgliedschaft in der SG gibt den TuS-Aktiven bis heute die Möglichkeit, statt einmal wöchentlich nun bis zu fünfmal in der Woche zu trainieren und garantiert sowohl eine größere Mannschaftsleistung als auch eine höhere Aktivenzahl. So wurde die SG Westerwald bei den Damen und bei den Herren überlegender Sieger beim „Mannschaftspokal des Bezirkes Neuwied/Westerwald“. Bei der DMS 1996 wurden die Herren souveräne Meister in der Bezirksliga, die Damen belegten Platz drei.

In Anbetracht das die Recherchen sehr zeitaufwendig sind und sie sich durch fehlende Dokumentationen auch sehr schwierig gestaltet, endet die Geschichte der Schwimmabteilung erstmal hier.

Ich hoffe, dass wir die Geschichte der Abteilung Schwimmen ab 1996 durch Zeitzeugen usw. im Laufe der Jahre weiterschreiben können. Von daher bitte ich um Mithilfe falls sich jemand berufen fühlt hier weiterzuschreiben, mitzuwirken oder einen zeitlichen Beitrag hat über Abteilungsleiter/innen, Trainer/innen und Erfolge.

Meinen Dank gilt allen die bis hierhin mitgewirkt haben.

Andreas Brühl
Abteilungsleiter Schwimmen des TuS Montabaur


Montabaur, den 04.02.2019 

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